Ablösung vom zählenden Rechnen und Aufbau tragfähiger arithmetischer Vorstellungen: Diagnose und Förderung
DOI:
https://doi.org/10.33683/dida.22.05.32Schlagworte:
Zählendes Rechnen, strukturierte Anzahlerfassung, Rechenstrategien, Testvalidierung, Operationsverständnis, Darstellungswechsel, unterrichtsintegrierte Fördereinheiten, Adaptivität, InteraktionsanalyseAbstract
Im Mathematikunterricht der ersten Schuljahre ist die Ablösung vom zählenden Rechnen von grosser Bedeutung. Zählstrategien sind zwar wesentliche elementare Zugänge zur Mathematik und in der Regel bringt jedes Kind bei Schuleintritt mindestens eine Zählstrategie mit. Die Verfestigung dieser Zählstrategien ist jedoch für das weitere Mathematiklernen höchst problematisch. So werden verfestigtes zählendes Rechnen wie auch ein mangelndes Verständnis von Operationen als Symptome von Rechenschwäche angesehen. Deshalb ist es notwendig, Lernende bei der Ablösung vom zählenden Rechnen und gleichzeitig beim Aufbau von Strategien zur strukturierten Anzahlerfassung, von flexiblen Kopfrechenstrategien und von tragfähigen Operationsvorstellungen adaptiv zu unterstützen. Hierfür ist das Diagnostizieren von Lernständen und Lernschwierigkeiten in Verbindung mit einer darauf aufbauenden Förderung wesentlich. Das betrifft einerseits das vorgängige Erfassen der Lernstände und die darauf aufbauende Unterrichtsplanung, andererseits das diagnostische Handeln im konkreten Unterrichtsgeschehen. Im Minisymposium werden Ergebnisse aus Dissertationen vorgestellt, die sich mit Aspekten der Diagnose und Förderung zur Ablösung vom zählenden Rechnen und dem Aufbau tragfähiger arithmetischer Vorstellungen beschäftigen:
- Der erste Beitrag thematisiert die Entwicklung eines Testinstrument für die strukturierte Anzahlerfassung und nicht-zählende Kopfrechenstrategien im ersten Schuljahr.
- Der zweite Beitrag thematisiert die Wirksamkeit eines Testinstruments und einer kooperativen Förderung im Klassenverband zum Operationsverständnis (Schwerpunkt Multiplikation) im zweiten Schuljahr.
- Der dritte Beitrag beschäftigt sich mit Fragen zur Analyse von Interaktionsprozessen in der Kleingruppenförderung zum Aufbau von Strategien zur strukturierten Anzahlerfassung, um Rückschlüsse auf adaptive Handlungskompetenzen der Lehrperson ziehen zu können.

