Geschlechterunterschiede bei der Wahrnehmung von kontextorientiertem Unterricht und dem situationalen Interesse in der Physik
DOI:
https://doi.org/10.33683/dida.22.05.58Schlagworte:
Gender, Interesse, kontextorientierter Unterricht, PhysikAbstract
Mädchen sind im Durchschnitt weniger an physikalischen Themen interessiert als Jungen. Relevante und authentische Kontexte helfen das Interesse auch bei Mädchen zu steigern. Die vorliegende Studie untersucht, ob kontextorientierter Physik- respektive ‘Natur und Technik’-Unterricht zum Thema Energie von Mädchen und Jungen unterschiedlich wahrgenommen wird und welcher Effekt das Geschlecht auf das situationale Interesse hat. Darüber hinaus wird überprüft, ob der aus der Literatur bekannte Effekt, dass kontextorientierter Unterricht das (situationale) Interesse positiv beeinflusst, repliziert werden kann. Das vorgelegte Strukturgleichungsmodell zeigt signifikante Unterschiede bei einem Teil des situationalen Interesses: Die emotionale Valenz in Bezug auf den erlebten Unterricht ist bei Mädchen im Durchschnitt tiefer. Bei der wertbezogenen Valenz des situationalen Interesses tritt dieser Effekt aber nicht auf. Hingegen nehmen Mädchen den gleichen Unterricht als stärker kontextualisiert wahr. Die wahrgenommene Kontextualisierung hat wiederum einen positiven Effekt auf das situationale Interesse. Die Resultate der Studie verdeutlichen die Bedeutung der Kontextorientierung für einen gendergerechten Physikrespektive ‘Natur und Technik’-Unterricht.

